NRW: Der Eifelwald – zwischen Holznutzung und Ausbau der Windenergie

NRW: Der Eifelwald – zwischen Holznutzung und Ausbau der Windenergie

BundesBürgerInitiative Waldschutz (BBIWS)

JUL 7, 2020 — 

Die Eifel ist wegen ihrer Schönheit und Natur ein beliebtes Ausflugsziel und Wandergebiet, besonders für Menschen aus den Ballungsräumen. Was viele nicht wissen, hier ist auch einer der „Hot-Spots der Artenvielfalt“, also ein vom Bundesumweltministerium identifizierter Bereich mit (noch) hoher Artenvielfalt.

Einer ihrer geheimsten Schätze, den viele nicht zu Gesicht bekommen, ist der streng geschützte und scheue Schwarzstorch, der in ungestörten und älteren Wäldern brütet. Der Wald im Kreis Euskirchen beispielsweise könnte 10 Brutpaare beherbergen, der Bestand ist aber in einem schlechten Erhaltungszustand. Ebenso wie der Wald. Die Fichte leidet wie überall, weil sie eigentlich nicht hierhergehört, die standortangepaßten natürlichen Hainsimsenbuchenwälder werden hingegen nicht wertgeschätzt und intensiv forstlich genutzt. Der Schwarzstorch, der seine Horste am liebsten über Jahrzehnte nutzt, muß daher hierzulande häufiger „umziehen“, was den Bruterfolg schmälert.

Nach der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt hätten bis 2020 eigentlich 5 % der Wälder aus der Nutzung genommen werden sollen, dieses Ziel wurde hierzulande krachend verfehlt. Ein 130 € milliardenschweres Konjunkturpaket nach der Coronakrise hat keinen Cent für den Waldnaturschutz übrig und um die Klimaschutzleistungen des Waldes zu fördern. Gefördert werden nach dem NRW – Waldpakt von 2019 Holzwirtschaft und Forstwirtschaft aber nicht der Erhalt älterer Laubwaldbereiche. Das Resultat ist hier im Wald sichtbar.

So wird der Wanderer auf den „Eifelschleifen“, das sind neu eingerichtete Wanderwege im Kreis Euskirchen, selten durch alten unberührten Laubwald kommen. Und auch dem Schwarzstorch und vielen altholz- und totholzabhängigen Arten fehlen sie. Anstelle beim Klimaschutz auf die Klimaschutzleistungen von Waldwildnis zu setzen, setzt die Politik auf technische Lösungen wie Windenergie, die enorme Flächen braucht und daher auch in den Wald darf. Finanziert wird diese Fehlsteuerung von jedem Stromkunden durch den höchsten Strompreis in Europa. Auch die Auswirkungen sind schon sichtbar: zehn Windindustrieanlagen laufen seit 2016, fünf sind im Bau, werden aber beklagt.

Bei genauem Hinsehen bemerkt man an den Standorten die Veränderungen des Kleinklimas, die Auswirkungen auf windkraftsensible Arten zeigen sich möglicherweise erst, wenn es zu spät ist. Ein Wald, der zu einem Hot-Spot der Artenvielfalt gehört, hätte von der Windkraftplanung ausgenommen werden müssen!

Wir fordern stattdessen die finanzielle Förderung von Nutzungsverzicht im Wald, endlich die strikte Umsetzung der Biodiversitätsstrategie und endlich ein Stopp beim Artenschwund!

Hier weiterlesen: Ein ausführlicher Bericht zum Eifelwald auf der Homepage der BBIWS!

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